Warst du schon mal scheinbar grundlos gestresst, traurig oder ärgerlich? Manchmal liegt der Grund nicht in den äußeren Umständen, sondern in unseren Gedanken.
Unsere Gedanken sind die Brille, durch die wir die Welt betrachten. Diese Brille kann klar und hilfreich sein – oder sie kann verzerren und belasten. Der Einfluss unserer Gedanken auf unsere Gefühle ist enorm. UND: Wir können lernen, sie aktiv zu steuern.
Der Kreislauf zwischen Gedanken und Gefühle
Stell dir vor, du steckst mit dem Auto im Berufsverkehr. Ein anderer Fahrer schneidet dich. Sofort und automatisch setzen deine Gedanken ein: „Das macht er absichtlich, um mich zu ärgern!“ Sofort steigt Ärger in dir auf. Dein Blutdruck steigt, dein Herz rast. Doch was wäre, wenn du denken würdest: „Vielleicht hatte er es eilig, um einen wichtigen Termin zu schaffen“? Wahrscheinlich würdest du viel ruhiger reagieren. Dieselbe Situation – aber völlig unterschiedliche Gefühle, abhängig von deiner persönlichen Interpretation. Dieser Kreislauf ist grundlegend für unser emotionales Erleben. Gedanken erzeugen Gefühle, und diese beeinflussen wiederum unser Verhalten und unsere weiteren Gedanken. Negativ geprägte Gedanken können uns in einen Teufelskreis aus Stress, Ängsten und Anspannung bringen. Doch wir haben die Möglichkeit, diesen Kreislauf zu durchbrechen.
Stress entsteht im Kopf
Stress ist ein Paradebeispiel für die Macht der Gedanken. Natürlich gibt es Stressoren wie Zeitdruck oder Konflikte, die man nicht immer beeinfluss kann. Der eigentliche Stress entsteht jedoch dabei oft in unserem Kopf. Am Beispiel eines engen Abgabetermin wird es deutlich: Manche Menschen nehmen ihn als Herausforderung wahr („Das schaffe ich!“), andere sehen ihn als überwältigend („Das wird nie klappen!“). Der Unterschied liegt in unserer inneren individuellen Bewertung.
Chronischer Stress entsteht, wenn wir ständig in negativen Gedankenschleifen festhängen. Aussagen wie „Ich bin nicht gut genug“ oder „Das wird sowieso schiefgehen“ sind Beispiele für solche destruktiven Denkmuster. Sie verstärken nicht nur Stress, sondern können langfristig auch unsere Gesundheit beeinträchtigen.
Gedanken bewusst steuern
Die gute Nachricht: Gedanken sind keine starren Gebilde. Mit etwas Übung können wir lernen, sie bewusst wahrzunehmen und zu lenken. Hier sind einige Ansätze, wie du an deinen Gedanken arbeiten kannst:
- Achtsamkeit üben: Nimm dir Zeit, deine Gedanken zu beobachten, ohne sie sofort zu bewerten. Welche inneren Monologe laufen bei dir ab?
- Gedanken hinterfragen: Stell deine belastenden Gedanken auf die Probe. Frage dich: Ist das wirklich wahr? Gibt es Beweise für das, was ich denke? Oft erkennen wir, dass unsere Gedanken übertrieben oder unlogisch sind.
- Positive Gegenstrategien entwickeln: Ersetze destruktive Gedanken durch konstruktive. Statt „Ich schaffe das nie“ kannst du denken: „Ich gebe mein Bestes, und das ist genug.“ Mit etwas Übung veränderst du dadurch deine Denkmuster.
- Dankbarkeit praktizieren: Regelmäßige Dankbarkeitsübungen helfen, den Fokus auf das Positive im Leben zu lenken. Das verändert auch langfristig deine Denkmuster.
Weniger Stress, mehr Lebensqualität
Indem du deine Gedanken aktiv (mit-)steuerst, öffnest du die Tür zu mehr Gelassenheit und emotionaler Stabilität. Du lernst, Situationen realistischer zu bewerten, und reduzierst dadurch deine Stressreaktionen. Das bedeutet nicht, dass du nie wieder negative Gefühle erleben wirst – aber du wirst besser in der Lage sein, damit umzugehen.
Die Arbeit an den eigenen Gedanken ist ein Prozess, der Geduld und Übung erfordert. Doch die Ergebnisse sind es wert: Du gewinnst mehr Kontrolle über deine Gefühle und steigerst dadurch deine Lebensqualität und Resilienz.
Beginne noch heute – du bist es wert.
Deine Anne
Zum selben Thema gibt’s von mir auch eine Podcast Folge unter:
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